Die Sache mit dem © — ACTA, SOPA und Konsorten

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Ich bin weder Anwalt, noch Web-Aktivist und auch nicht Politiker. Ich bin einer, der gerne als Hobby fotografiert und dieses Hobby ausgesprochen ernst nimmt und professionell betreibt. Zudem bin ich Blogger und aktiv im Netz in verschiedenen Communities unterwegs.

Als solches Foto-Netz-Individum komme ich nicht umhin, mich über das Thema Urheberrecht, neudeutsch auch Copyright genannt, zu beschäftigen und ein paar Gedanken zu machen.

Zur Zeit ist mit SOPA, ACTA und wie sie alle heißen, diese Gesetzesinitiviativen zum „Schutz“ des Urheberrechts und für dem Kampf gegen Produktpiraterie, das Thema Copyright, und wer darf was, wie im Internet nutzen, in aller Munde. Natürlich wir hier sehr viel vermischt, mit Unklarheiten und Unwahrheit argumentiert.

Ich stehe dem Thema sehr zwiespältig gegen über. Einerseits möchte ich, als Schöpfer meiner Fotografien, die oft viel Zeit, Geld und Leidenschaft beanspruchen, nicht, dass Sie einfach im Internet kopiert und von Dritten verwendet werden. Ja, ich habe sogar ein Problem damit, wenn die Bilder einfach auf Tumbler oder ähnlichen Seiten verlinkt werden. Warum? Weil sich hier einfach jemand mit fremden Federn schmückt, ich die bei mir die abgebildeten Personen schützen und nicht zu letzt meinen Aufwand und meine möglicherweise vorhandenen, kommerziellen Ansprüche schützen möchte.

Es kommt sehr häufig vor, dass ich gefragt werde, ob eines meiner Bilder für ein Projekt verwendet werden darf. Und in vielen Fällen stimme ich dem dann, wenn es sich um nichtkommerzielle Initiativen handelt, auch zu. Wo ich aber mit Unverständnis reagiere, ist, wenn mal wieder jemand das Internet als Selbstbedienungsladen hält und meint, alles was auf Google zu finden ist, darf auch verwendet werden. Wär das der Fall, hätte das extrem weitreichende Folgen für alle Schöpfer geistigen Eigentums, sei es in Schrift, Bild oder Ton.


Bin ich also ein Befürworter der verschiedenen Gesetztesinitiativen? Nein, absolut nicht. Wie bereits im Artikel „Stop Censorship“ geschrieben, bin ich gegen SOPA oder, wie zur Zeit ganz aktuell in den Medien, ACTA. Nicht, dass bestimmte Teile aus diesen Abkommen komplett sinnlos und nachvollziehbar wären. Aber alleine die Art, wie ACTA im geheimein verhandelt wurde und wie wieder, ebenso wie bei SOPA, die einseitigen Lobby-Gruppen der Film- u. Musik-Industrie einfluss nehmen konnten, macht ACTA für mich zu einer großen Gefahr.

Leider ist es noch immer so, dass die meisten Politiker von der heutigen, multimedialen, vernetzten Welt, keine Ahnung haben und versuchen, alte Maßstäbe über eine neue Welt zu stülpen. Wo das nicht gelinkt, holen sie sich hilfe, und das leider viel zu oft bei den einschlägigen Lobby-Gruppen. Wohin das führt, sieht man an Vorschlägen zu Sperrgesetzen, Zensur-Möglichkeiten und Three-Strike-Regeln.

Meiner Meinung nach wird es über kurz oder lang notwendig sein, das Urheberrecht an die neuen Gegenbenheiten anzupassen. Dabei sollte aber nicht versuchen, altes ins neue zu retten. Auch eine Vermischung von Produkt-Piraterie u. Urheberrechtsverletzungen kann nicht die Lösung sein.

Ich hoffe noch, dass es vielleicht bald eine Generation Politker geben wird, die in der Lage sind, die heutige Wirklichkeit zu erkennen und Sachgerecht zu reagieren. Und ja, ich bin ein Optimist!!! 🙂

Macht Euch einfach selbst ein Bild, z.B. über ACTA, nur so kann verhindert werden, dass uns im Geheimen Abkommen aufs Auge gedrückt werden!

Und wenn Ihr die Online-Petition über Avaaz unterzeichnen wollt, geht es hier lang:

ACTA: Die neue Gefahr fürs Netz

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Quelle der Bilder: www.stopp-acta.info

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