„Out of Cam“ – Ein Bewertungskriterium?

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Ich sehe in der letzten Zeit immer mal wieder bei Bilder-Postings den Hinweis des Fotografen oder Model, dass das Bild „Out of Cam“ sei oder dass extra darauf hingewiesen wird, dass das Bild nicht bearbeitet sei.

Nun, irgendwie ist das eine Information für ich, welche die Welt nicht braucht. Ich meine, was will man mit so einem Hinweis sagen? Im Ernst, frage ich mich jedes mal!

Möchte sich der Poster für ein weniger tolles Bild von vornherein entschuldigen? Warum aber überhaupt ein Bild veröffentlichen, wenn man nicht dahinter steht?

Oder ist der Poster der Meinung, dass es ein Qualitätskriterium ist, Bilder nicht zu bearbeiten und diese dann trotzdem toll aussehen? Ja, o.k., natürlich kann man bei einem unbearbeiteten Bild die Qualität des reinen Fotografierens besser beurteilen. Allerdings war das reine Fotografieren schon im Analog-Zeitalter nicht der letzte Schritt im Gesamtprozess ein Bild für die Öffentlichkeit fertig zu stellen. Im Zeitalter des digitalen Zeitalters gehört meiner Meinung nach ein gewisses Postprocessing einfach zum Gesamtschöpfungsprozess einer guten digitalen Fotoarbeit. Wie weit eine solche digitale Bildgestaltung geht, hängt weniger von einem „Qualitätskriterium“ ab, sondern viel mehr von der Intention des Digitalkünstlers, was er den Betrachtern liefern möchte.

Nicht selten habe ich den Eindruck, dass sich so manche „Fotografen“ mit einem Hinweis „Out of Cam“ eine möglichst positive Ausrede schafft, um sich nicht mit der zeitraubenden Bildbearbeitung beschäftigen zu müssen. Oder, um es anders auszudrücken, sie möchte damit Ihre Defizite in ein positiven Aspekt umwandeln.

So, jetzt bin ich gespannt auf Eure Meinung! Bin ich da zu kritisch, ist „Out of Cam“ eurer Meinung nach ein Qualitätskriterium? Lasst hören!

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. karl sagt:

    Ich bearbeite meine Bilder teilweise auch. Aber „Out of cam“ betrachte ich – zumindest bei manchen Bildern – als Zeichen, dass der Fotograf bspw. schon vorher den Ausschnitt festlegt etc. Klar kann man auch direkt in der Kamera schon Sepia-Effekte etc. anwenden – aber auch da hat sich der Fotograf vorher Gedanken gemacht. Oder, um das in „deine“ Bilderwelt zu übertragen: Statt irrealer Hintergründe ist der Fotograf tatsächlich samt Model auf den nächsten bewohnten Planeten geflogen 😉

    Nix gegen Photoshop & Co. „Out of the box“ ist halt ein Hinweis, genauso wie du schreibst „Den Hintergrund hab ich von XY“. Ist beides OK, und beides liefert mehr Informationen über das Bild. Beim einen Fotografen weiß ich, dass er lieber gleich die Situation modelliert, beim anderen weiß ich, dass er mit Photoshop umgehen kann (was auch eine tolle Fähigkeit ist).

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    1. Magistus sagt:

      Hm, ja, leben und leben lassen. Schon richtig.

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  2. Mina sagt:

    Ich bin zwar eine absolute Filterliebhaberin und zaubere auch hier und da mal ein Pickelchen weg (weil das was ist, was man hoffentlich nicht ewig hat) aber ansonsten strebe ich schon nach Bildern, die keine Bearbeitung nötig haben. Mir selber ist das Out of Cam Zeugs aber noch nicht aufgefallen. Entweder postet das Model ein fertiges Bild auf ihrer Modelseite oder es gibt haufenweise „“out of cam““ Bilder auf dem „priv.“ Instagramaccount ö_ö Die trennen das quasi so schon.

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  3. Frollein Mú sagt:

    Ich bin zwar eine absolute Filterliebhaberin und zaubere auch hier und da mal ein Pickelchen weg (weil das was ist, was man hoffentlich nicht ewig hat) aber ansonsten strebe ich schon nach Bildern, die keine Bearbeitung nötig haben. Mir selber ist das Out of Cam Zeugs aber noch nicht aufgefallen. Entweder postet das Model ein fertiges Bild auf ihrer Modelseite oder es gibt haufenweise “”out of cam”“ Bilder auf dem “priv.” Instagramaccount ö_ö Die trennen das quasi so schon.

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  4. Dahinter steckt auch wie bei der Musik das Vorurteil „der Computer macht das von selbst“. Die Bildbearbeitung kann genauso kunstvoll sein, wie das Fotografieren selber. Kann, natürlich.

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  5. Utz sagt:

    Für mich ist o-o-c durchaus ein Qualitätsmerkmal: wenn genau das richtige Quantum an Schärfe oder auch Unschärfe an der richtigen Stelle ist, wenn das Licht so genutzt wird, dass man nichts mehr abwedeln/nachbelichten werden muss, dann ist das für mich erstrebenswert. Das geht sicher nicht immer (je nach Stil auch schlicht und einfach gar nicht), und es ist für kein Problem, wenn Nachbearbeitung gemacht wird.
    O-o-c ist für mich aber keine Ausrede, nicht das bestmögliche Bild zu zeigen. Wenn man das aber schafft — Hut ab.

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