Foto-Tipp: Outdoor-Shooting im Gegenlicht

Balloons in Nature - copyright by Magistus

Unter meinem Photo-Post „The Vamp“ wurde ich gebeten mehr über die Technik, insbesondere hinsichtlich der Beleuchtung, zu erzählen. Das stellt mich ehrlich gesagt vor eine gewisse Herausforderung, da ich mich jetzt nicht unbedingt als den Experten für Outdoorshootings bezeichnen würde. Gerne gebe ich in diesem Artikel aber Auskunft, wie ich bei einem Outdoor-Shooting vorgehe.

Balloons in Nature - copyright by MagistusBetrachten wir uns als erstes eines meiner Lieblings-Outdoor-Bilder, „Balloons in Nature“.  Zum gelingen dieses Bildes haben, neben dem genialen Model, drei Punkte beigetragen:

1. Das natürliche Licht: Das Bild ist am Abend gegen 20:00 Uhr entstanden. Für Spätsommer bedeutete das beinahe schon „Blaue Stunde“, zumindest aber war die Sonne (links am Bildrand zu sehen) schon sehr tief am Horizont. Damit hatten wir nicht mit all zu grellem Licht zu kämpfen und die Farbtemperatur und der Himmel waren gigantisch.

2. Die Perspektive: Bei Outdoor-Shooting gehört es auch dazu, dass man extreme Perspektiven ausprobiert. Nur Outdoor ist man so frei was Perspektiven angeht. Man muss nicht die Unschöne Decke im Studio oder das Ende des Hintergrundkartons befürchten. Im Konkreten Falls bin ich im Rasen gelegen und habe das Bild dadurch sehr gestreckt. Die Schrägstellung hat mir gefallen, weil es dem Bild noch mehr Spannung verleiht (was aber natürlich Geschmackssache ist).

3. Das Licht von vorne: Bei einer solchen Gegenlichtaufnahme wie dieser oder der folgenden, muss man für genügend Licht von vorne sorgen. Auf das Warum und Weshalb gehe ich im folgenden noch ein. Im konkreten Fall kommt das Licht von einem entfesselten Nikon SB-600 Blitz der von „meinem“ Assistenten gegen einen Reflektor gerichtet wurde. Der Reflektor hat damit nicht nur das noch vorhandene natürliche Licht auf das Model geworfen sondern den zusätzlichen Lichtbedarf durch den Systemblitz gedeckt.

Warum aber überhaupt ein Blitz von Vorne und nicht das Model auf die andere Seite des Baums setzen, um so das natürliche Licht direkt zu verwenden?

Zum einen stehe ich auf diese Gegenlicht-Effekte, zum anderen wären die Schlagschatten noch immer, trotz der späteren Stunde, zu heftig gewesen. Natürlich hätte ich auch einfach die Blende soweit aufmachen können, dass das Model ohne künstliches Licht korrekt belichtet gewesen wäre. Das hätte aber zur Folge gehabt, dass mir der wunderbare Himmel strahlend weiß ausreißt. Spricht, der Himmel wäre hoffnungslos überbelichtet.

Mein Vorgehen bei einer Aufnahme wie „Balloons in Nature“ oder auch dieser hier, Music in Nature - copyright by Magistus„Music in Nature“, ist die folgende:

a) Belichtung auf den Himmel: Soll bedeuten, ich stelle Zeit und Blende so ein, dass der Himmel korrekt belichtet wird (Einstellung „M“ an der Kamera). Dabei gehe ich bei der Zeit nicht über die kürzeste Blitz-Synchronzeit meiner Kamera hinaus, was bei Nikon nicht kürze als 1/250sec. bedeutet. Den Rest muss ich mit der Blende abblenden.

b) Der Blitz u. Reflektor hellen auf: Durch meine Belichtungseinstellung auf den, im Vergleich zum Model, helleren Himmel, ist das Model absolut unterbelichtet. Wie stark hängt davon ab, wie heftig das Umgebungslicht noch ist. Diese Unterbelichtung muss jetzt mit dem Blitz und Reflektor ausgeglichen werden. Reicht die Blitzleistung aus, was bei einem Systemblitz schnell nicht mehr der Fall sein kann, könnt Ihr mit dem Shoot los legen. Sowohl der Himmel, also auch das Model sind korrekt belichtet. Sollte die Blitzleistung nicht ausreichen, bleibt euch nichts anderes übrig, als die Blende doch etwas weiter auf zu machen. Der Himmel wird dabei natürlich mehr und mehr überbelichtet. Hier müsst Ihr einen für euch akzeptablen Kompromiss finden (oder einen stärkeren Blitz verwenden).

Was habe ich verwendet?
– Nikon D300 mit einem Standard AF-S DX Nikkor 18-70mm f/3.5-4.5G IF Objektiv
– Nikon SB-600 auf voller Leistung
– Walimex Reflektor-Board 70×100

Zusätzlich und sehr wichtig war hier ein Assistent, der beim halten des Reflektors, Blitzes etc. geholfen hat. Rein mit Stativen zu arbeiten wäre mir hier absolut zu unflexibel gewesen. Insgesamt ist bei einem Outdoor-Shooting, noch weit mehr als im Studio, tolle Team-Arbeit aller Beteiligten gefragt. Deshalb möchte ich mich hier auch ganz herzlich bei „Tante Mimi“ u. Rames bedanken!!

UPDATE (07.07.2012) : Eine neue Gegenlicht-Aufnahme mit gleich drei System-Blitzen u. Making-Of Bild gibt es im Beitrag Sun Beam !


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Lichtformer – Vergleich und Einsatz

Heute mal ein eher technischer Artikel bzw. eher eine Link-Sammlung zum Thema Lichtformer.

Wer viel im Studio arbeitet kommt nicht umhin, sich Gedanken darüber zu machen, mit welchen Lichtformern er seine Bildidee umsetzen möchte oder muss. Von Softboxen, Spots u. Beauty-Dishs bis hin zu Schirmen, alles produziert unterschiedliche „Arten“ Licht.

Eine schöne Übersicht nebst Erläuterung findet man in diesem sehr schönen Video von Galileo Design:

Wer versch. Lichtformer direkt vergleichen möchte, findet bei Hensel eine schöne Online-Vergleichsmöglichkeit (selbst wenn man nicht Hensel-Kunde ist): Hensel Lichtformervergleich

Das wars auch schon. Ich hoffe, Ihr findet das Video u. den Link genauso interessant wie ich.

TfP-Shooting: So versende ich meine Bilder

Neulich, als ich mal wieder Bilder aus zwei sehr coolen Shootings zu verschicken hatte, habe ich einfach mal in Facebook und Twitter gefragt, wie denn andere Fotografen Ihre Bilder an die Modelle schicken. Schließlich sind die Bilder, die das Model nach einem TfP-Shooting zu bekommen hat, ein wichtiger Bestandteil dieser Art von Shootings.

Die Reaktionen auf die Frage waren zahlreich aber auch sehr breit gefächert. Immerhin kann man sagen, dass ungefähr die Hälfte der Fotografen die Bilder per CD/DVD verschickt und die andere Hälfte den Weg über das Internet wählt. Nur wenige schicken Bilder im ursprünglichen Sinne von Time-for-Print, als ausbelichtetes Foto.

Letzt endlich trifft dieser Mix auch auf mein Vorgehen zu. Ich sende in der aller Regel die unbearbeiteten Bilder als JPEG-Export in voller Auflösung auf CD/DVD an die Modelle. Ich habe festgestellt, dass das noch immer die bevorzugte Art und Weise der meisten Modelle ist, da die Bilder gleich in einer gesicherten Form beim Model vorliegen. Die Kosten für den Versand halten sich hier durchaus in Grenzen und liegen pro Shooting bei ca. 1,40 EUR (inkl. Porto, CD u. Umschlag).
Da ich für das frankieren den Service der Deutschen Post, die INTERNETMARKE, verwendet, ist der Versand auch organisatorisch sehr unproblematisch und auch sehr professionell zu gestalten.

Die dann bearbeiteten Bilder, das sind in der Regel 3-5 pro Shooting, lass ich dann allerdings meinen Modellen per Download zukommen. Der Versand per CD würde sich überhaupt nicht rechnen und auch die Ausbelichtung wäre zum umständlich und wohl auch zu teuer.

Schon länger habe ich mir für den Online-Transfer den Service Dropbox zu Nutze gemacht und habe hier zwischenzeitlich sogar einen Bezahl-Account. Aber auch schon der kostenlose Account bietet 2 GB WebSpace und einfach Möglichkeiten, einzelne Bilder, ZIP-Archive oder Galerien zu veröffentlichen. Das geschieht so einfach und unkompliziert, dass ich es mir ohne schon beinahe nicht mehr vorstellen kann.

Notizen synchronisieren auf Mac, iPhone und PC

Ob es am Alter liegt oder ich einfach zu viel im Kopf habe, eigentlich egal. Auf jeden Fall habe ich ein Gedächtnis wie ein Sieb. Was ich mir nicht notiere ist weg . Deshalb war ich schon lange auf der Suche, Notizen so abzulegen, dass ich immer und überall drauf zu greifen kann.

Jetzt ist das hier kein Schreibwaren-Blog und ich bin nun mal ein Technik-Freak. Was liegt also näher, die Notes elektronisch abzulegen. Mit meinem iPhone und der von Apple mit gelieferten App Notes geht das schon ganz gut. Nur dumm, dass diese Notizen lange nicht auf den Rechner zu holen waren.

Seit Mac OS Leopard und irgend einer der letzen iPhone OS Versionen klappt das jetzt zwar, der Download der iPhone-Notizen auf den Mac, allerdings mehr schlecht als recht. Schließlich muss man noch immer das iPhone über iTunes syncen und das mach ich einfach nicht so oft. Zudem habe ich die Notizen dann noch immer nicht auf meinem Windows-Notebook. Also eine alles andere als befriedigende Lösung.

Dann bin ich über den Artikel Notational Velocity – effiziente Notizverwaltung ohne Maus auf dem sehr zu empfehlenden Blog – OS X Freeware gestolpert. Und schwups war sie da die Lösung.

Um es kurz zu machen, auf dem Mac nutze ich jetzt Notational Velocity für meine Notizen, diese werden wiederum ins Web mit Simplenote synchronisiert. Simplenote selbst biete eine sehr gelungene App für das iPhone, womit die Daten auch auf dem iPhone landen und auch von dort up-to-date gehalten werden. Windows wiederum wird über das Programm ResophNotes angebunden. Und damit hat sich der Kreis geschlossen, ich bin begeistert und vergesse (fast) nichts mehr!

Hier noch mal der Sync-Weg:

MAC: Notational Velocity <—–> WEB: SimpleNote <—–> IPHONE: SimpleNote

MAC: Notational Velocity <—–> WEB: SimpleNote <—–> WINDOWS: ResophNotes

Habt ihr andere Ideen, um Notizen auf verschieden Plattformen zu synchronisieren? Dann lasst es mich hier wissen!


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Bodypainting Deutschland Cup 2010

Für meine Leser aus dem Norden Deutschland ein Hinweis auf ein cooles Bodypainting Event!

In Preets, Schleswig-Hostein, findet am 15. August auf dem Marktplatz ein Bodypainting-Event mit Spitzen-Teams aus ganz Deutschland statt. Der Eintritt ist frei und das Event findet bei jedem Wetter statt. Ich kann nur jedem aus der Region empfehlen, dort vorbei zu schauen.

Diese Art der Körperkunst ist immer wieder umwerfend!

Sunlight Tracker – iPhone App f. Outdoor-Fotografen

Ich bin vor einiger Zeit in einem anderen Foto-Blog über eine coole iPhone-App für Outdoor-Fotografen gestolpert. Leider hatte ich versäumt, mir den Blog-Beitrag zu speichern, noch habe ich mir den Namen der App gemerkt. Es ging dabei um eine App, die den Sonnenstand an einem beliebigen Standort zu einem frei bestimmbaren Zeitpunkt anzeigen konnte und noch einige mehr.

Endlich und nach langer Suche bin ich auf die App gestoßen (den Blog-Beitrag kenne ich leider noch immer nicht, sorry dafür) und habe sie mir gleich mal runter geladen.

Es handelt sich dabei um die 1,59 EUR teure App Sunlight Tracker, die ich jetzt auch kurz vorstellen möchte.

Sunlight Tracker stellt den aktuellen Stand der Sonne, aber auch die Richtung, an der die Sonne aufgegangen ist und untergehen wird in einer Google-Map dar. Schön dabei ist, dass ich über einen Schieberegler einstellen kann, welche Uhrzeit an welchem Tag angezeigt werden soll.

Das ganze eingeblendet in eine Google Map mit dem gewünschten Shooting-Standort, macht die Lichtplanung für ein Outdoor-Shooting wirklich um einiges leichter.

So kann man sehr praktisch die beste Uhrzeit für das Shooting planen, ebenso wie die sinnvollsten Shooting-Richtungen oder Locations am Ort des Geschehens. Sprich, wie werden die Schatten sein, wann hat das Model die Sonne im Rücken etc.

Neben der praktischen Kartendarstellung bekommt man den Sonnenstand auch noch in Diagramm-Form dargestellt, über die man sehr schön sehen kann, wie hoch die Sonne zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen wird. Sehr praktisch, wenn man planen möchte, ob bestimmte Objekte an der Shooting-Location zu sehr Schatten werfen werden oder nicht.

Ich finde die App Sunlight Tracker wirklich klasse und finde, dass sich die 1,59 alle mal gelohnt haben.

Video-Tutorial: Kamera-Profile in Lightroom

Als ich vor über Jahren das erste mal meine RAW-Bilder der Nikon D70s in Lightroom importiert hatte, gab es einen Effekt, der mich bis gestern verfolgt und geärgert hatte.

Kurz nach dem Import wurden meine Bilder nämlich so am Monitor dargestellt, wie ich sie am Monitor meiner Kamera gesehen hatte, aber dann, nach dem Lightroom das RAW quasi selbst entwickelt und nicht mehr auf das eingebettete Bild zurück griff, wurde das Bild etwas flauer, Hauttöne passten nicht mehr so richtig und ich war erst mal unzufrieden.

Natürlich habe ich durch entsprechende Vorgaben und spielen an den verschiedensten und in Lightroom ja reichlich vorhandenen Reglern meine Einstellung gefunden. Geblieben ist aber dieser nervige effekt, direkt nach dem Import.

Da ich sehr lange mit Lighroom 1.x gearbeitet habe, bin ich leider erst jetzt, vor zwei Wochen, auf die neuen, zusätzlichen Kamera-Profile gestoßen, die es im Entwicklungs-Modus unter Kamerakalibrierung zu finden sind. Und voila, mit dem Profil „Camera D2X Mode 1“ bin ich sehr zufrieden und habe diese Einstellung jetzt direkt für den Import von NEFs eingestellt.

Wie, wo und was man da einstellen kann, findet Ihr in meinem aller ersten HD-YouTube-Video-Tutorial:

Ich hoffe, Ihr konntet mir folgen und was mit dem Video anfangen, auch wenn es leider etwas von der Auflösung hinkt!


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